Experimente

Meine Radierungen gestalte ich im wesentlichen auf Zinkplatten oder alten Dachdeckerplatten (aus dem Container vom Spengler).

 

Mein Motiv entsteht zuerst als Zeichnung, oft in Variationen. Danach entscheide ich mich für ein Plattenformat und eine Grundierart. Auf dem Hartgrund  arbeite ich mit einer Strichätzung und Aquatinta-Verfahren, auf dem  Weichgrund - vernis mou - arbeite ich  mit der Möglichkeit, Pflanzen oder andere Strukturen "einzudrücken" und mitzuätzen, als zusäzliches Gestaltungselement, vor den o.g. Verfahren.

Von jedem Zustand der Platte wird ein Druck erstellt. Dann überlege ich, welche weiteren Techniken für das Motiv interessant und praktikabel sind.

 

Mich fasziniert dabei das Eigenleben der Platte, oft entstehen Wirkungen, die ich nicht geplant habe. Das führt dazu, immer wieder neu zu überlegen, wie es weitergehen soll.

Eine wunderbare handwerkliche und geistige Herausforderung!

Gerade die alten Dachdeckerplatten mit Patina bringen bereits ein "Eigenleben" mit.

Es macht viel Freude, es aufzugreifen und damit weiterzuarbeiten.

 

Interessant sind für mich Experimente mit Plattenformen (zerschnitten oder zerrissen), mit Blinddrucken (ausgefräste Elemente), mit Kombinationen von Tief- und Hochdruck       ( Auflegen von Pappen, Strukturmaterial, Pflanzen ). Allerdings sind diese Arbeiten - im strengeren Sinne - nicht mehr dem traditionellen Bereich der Radierung zuzuordnen.

 

Die Radierungen drucke ich auf 300g Büttenpapier mit einer GEKO-Presse HDZ 501.